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Deine Angst ist wie ein Buch


 

Lass uns über Angst sprechen.


Der einzige Weg aus der Angst führt durch sie hindurch. Ja, ich weiß, dass du jetzt schon keine Lust mehr hast diesen Text weiterzulesen. Aber mach dir eins klar: Entweder du willst dich wirklich verändern oder dich weiter selber verarschen. So einfach ist das.


Deine Angst ist wie ein Buch.


Wenn du jemand anderen bittest, dir bei deiner Angst zu helfen, ist es so, als würdest du jemand anderes bitten, ein Buch für dich zu lesen, was du aber selbst geschrieben hast in irgendeinem Geisteszustand, den wir mal als „Nebel“ bezeichnen. Du kannst dich also nicht mehr an dieses Buch erinnern, dass du es geschrieben hast.


Halten wir kurz fest: Deine Angst = dein Buch.


Liest ein anderer dieses Buch kann er 1. die Hälfte überhaupt nicht verstehen, da es ja in deiner Sprache geschrieben ist und 2. interpretiert er alles, was er darin überhaupt lesen kann, aus seinem eigenen Blickwinkel (seine eigenen Erfahrungen schaffen sein eigenes individuelles Weltbild, was sich maßgeblich von deinem unterscheidet, selbst wenn es ein Mensch ist, mit dem du dich wahnsinnig verbunden fühlst und glaubst, ihr wärt euch ähnlich – glaub mir: Das seid ihr nicht. Wir sind alle einzigartig.) Und ja, vermutlich geht jetzt gleich das nächste Angstthema in dir auf und zwar das, in dem du erkennst, dass du im Kern immer alleine bist. Das ist aber nicht schlimm. Das ist absolut in Ordnung. Auch das wirst du später noch verstehen, wenn du diesen wahrhaftigen Weg zu dir weiter gehst.


Zurück zur Angst: Eine andere Person, die dir dann berichten soll, was in diesem Buch, das du in irgendeinem Wahn geschrieben hast, steht, erzählt dir also einfach nur irgendeine Version, die im Kern nichts mit dem zu tun hat, was du selbst in diesem Buch lesen würdest. Wenn du dich doch nun nur trauen würdest, dein eigenes Buch selbst zu lesen. Wow, wäre das nicht spannend?


Und nun ersetze einfach das Wort Buch durch das Wort Angst. Öffne das Buch und lese jede Zeile, jedes Wort, nimm es in dich auf. Bewerte das Buch nicht, das du geschrieben hast, sondern lies es einfach – bis zum Schluss. Und dann wirst du am Ende des Buches wissen, wie es begonnen hat, du wirst wissen, was wesentliche Kapitel darin sind und du wirst wissen, wie es endet und weißt du was? Du hast es bis zum Schluss gelesen und du bist nicht gestorben.


Herzlichen Glückwünsch!


Lege das Buch beiseite, atme und lächle. Und nun kannst du das nächste Buch lesen – aber hey, gib dir ein paar Tage Zeit, auch wenn du so mega mutig warst dieses Buch zu lesen und du es überlebt hast, gib dir ein paar Tage, um durchzuatmen, zu lächeln, alles zu verarbeiten und erst dann, nimm dein nächstes Buch in Angriff. Dein nächstes Thema, deinen nächsten Schmerz, deine nächste Angst, dein nächstes Problem, deine nächste Herausforderung, deine nächste Situation, deine nächste gesundheitliche Thematik, was auch immer es ist. Der Weg aus etwas heraus, was uns aufhält, führt immer durch die „Sache“ hindurch. Wir nehmen dem Monster den Schrecken, in dem wir es ansehen.


Das ist es. Das ist es, worum es wirklich geht.


© Christina Eckstein

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